Quick Wins (aka: Low Hanging Fruits)

Ist da nie der Wurm drinnen?

Nur um es gleich vorweg klarzustellen: Es ist per se ist gegen Quick Wins nichts einzuwenden. Ganz im Gegenteil solche schnellen Erfolge können Projekte in frühen Stadien die nötige Unterstützung in Unternehmen geben und ermöglicht es den Projektmanagern bzw. Project Ownern die Wichtigkeit und Sinnhaftigkeit eines Projekts früh positiv aufzuzeigen.

Also ist ja alles gut? Nicht ganz, denn diese Quick Wins dürfen keine Umwege oder noch schlimmer Irrwege sein! Das bedingt, dass die Projektstrategie klar definiert, das Projektziel immer im Fokus und diese sogenannten Quick Wins sich am Weg zu diesem Ziel befinden. So weit so gut und so weit so selbstverständlich werden wohl die meisten sagen.

Wo ist denn nun das Problem?

Gerne wird im Zuge diverserer Projekte fast ausschließlich nach diesen „Quick Wins“ gesucht und einem Garten Eden gleich versucht man die Aneinanderreihung dieser schnellen Erfolge über einen längeren Zeitraum hinweg. Schließlich muss alles kurzfristig erfolgreich sein, denn ansonsten, so scheint es, sind die langfristigen Möglichkeiten ohnehin gleich null. Nur allzu oft stellt sich nicht die Frage, ob dieses Nachhecheln nach kurzfristigen Erfolgen langfristig wirklich sinnvoll ist. In der Theorie mag diese Orientierung an vielen aufgereihten, kurzfristigen Erfolgen wunderbar funktionieren, in der Praxis sollte man sich beim Verfolgen derartiger Strategien im Projektmanagement zumindest 3 Fragen stellen:

  • Sind diese „Quick Wins“ überhaupt auf meinem Weg?
  • Wieso wurden diese „Quick Wins“ nicht schon längst eingefahren?
  • Wird mir durch das Erreichen dieses kurzfristen Erfolgs der Weg zu etwas Größerem verbaut?

Welche Fragen sollte ich mir in der Praxis stellen?

Kann es denn möglicherweise sein, dass das Einfahren dieses kurzfristigen Erfolges für künftige Entwicklungen nicht förderlich ist? Verliere ich durch die Kurzfristorientierung möglicherweise die langfristigen Ziele aus den Augen? Waren wirklich alle zuvor so blind und haben diesen leichten, kurzfristen Erfolg einfach übersehen oder gibt es etwa einen Haken? Diese und ähnliche Fragen sollte man sich als Projektmanager oder Project Owner jedenfalls stellen und sollten von der Unternehmensführung jedenfalls im Rahmen von Feedback- oder Reportingrunden hinterfragt werden. Dies würde es teilweise dem Projektführungsteam einfacher machen, die langfristigen Projektziele konsequenter zu verfolgen. Es muss sichergestellt werden, dass die Langfristziele nicht so einfach kurzfristigen Erfolgsmeldungen geopfert werden.

Aber nicht nur das: man würde sich vielleicht seltener fragen: Wieso habe ich meine strategischen Ziele nicht erreicht? Wie, wann und wo begann die Abweichung und was hätten wir anders machen müssen? Dies soll nicht als Plädoyer gegen kurzfristige Erfolge verstanden werden. Keineswegs ist dies so gemeint. Kurzfristige Erfolge sind für uns alle wichtig, sie motivieren uns zu weiteren Anstrengungen am Weg zu unseren Zielen. Aber bitte: die langfristigen, die strategischen Ziele nie aus den Augen verlieren, denn sie sind dazu gedacht, die Zukunft zu sichern!

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